Tage des indigenen Films 2018-03-15T13:52:11+00:00

Tage des indigenen Films

Indigene Gesellschaften werden weltweit innerhalb ihrer spezifischen regionalen und politischen Kontexte marginalisiert. Ihre Kulturen nehmen auf vielfältige Weise Bezug zur leidvollen Geschichte des Kolonialismus und dessen gegenwärtige Auswirkungen. Die Aushandlung indigener kultureller Identität ist davon geprägt, sich einerseits gegenüber der hegemonialen westlichen Kultur und Lebensart zu behaupten und andererseits diese auch selbstbestimmt anzunehmen – sich von außen also nicht festlegen zu lassen, wie man zu leben habe. 

Weiterhin finden sich sehr konkrete kolonialistische Praktiken in der gegenwärtigen Lebensrealität Indigener wieder. Noch immer wird vielen indigenen Gruppen ihr Recht auf ein angestammtes Territorium oder darauf, einen Lebensraum selbstbestimmt zu wählen, abgesprochen. Private und nationalstaatliche Akteure begehen in Verfolgung ihrer wirtschaftlichen Interessen Raubbau an den Bodenschätzen, was auch noch im 21. Jahrhundert zu Vertreibung indigener Gesellschaften führt.

 In der medialen Darstellung Indigener werden Stereotype und Klischees von den „wilden Völkern“ reproduziert; in Film und Fernsehen haben Indigene selten eine eigene Stimme.    

Mit den Tagen des indigenen Films wollen wir das Interesse für die Kultur und soziale Situation indigener Gesellschaften wecken und Indigenen eine Plattform bieten, ihre Lebenssicht aus der eigenen Perspektive darzustellen. Die Beschäftigung mit indigenen Kulturen kann unsere Weltsicht und unser Verhalten verändern und ein konstruktives Miteinander auf Augenhöhe überhaupt erst ermöglichen.

===

Die Tage des indigenen Films finden in diesem Jahr voraussichtlich im Lichtspieltheater Wundervoll (Frieda) sowie an anderen Standorten in Rostock statt.

Gezeigt werden wieder Filme, daneben gibt es 3 thematische Workshops sowie eine Ausstellung.

Mehr Informationen auf der
Website und auf Facebook.

Redaktionsgruppe: Thomas Pätzold, Christin Gustke, Stefanie-Land-Hilbert, Rosana Perez, Enoka Ayemba